Modern Arnis Göttingen

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Arnis-Camp 2010

Vom 18. bis 20. Juni 2010 fand das dritte Göttinger Arnis-Camp in der Bildungsstätte der Sportjugend Nds. in Clausthal Zellerfeld statt. Unsere Arnis-Gruppe, sowie einige eingeladene Gäste aus anderen norddeutschen Vereinen hatten hier die Möglichkeit, insgesamt neun Trainingseinheiten bei verschiedenen Referenten in Anspruch zu nehmen.

Gruppenbild Arnis-Camp 2010 - von Bastian Kinne

Gruppenbild von Bastian Kinne

Die erste Trainingseinheit unter Leitung von Heiko Dernedde fand am Freitag nach dem Abendessen statt. Ziel dieses sog. Welcome-Trainings war das Kennenlernen der Teilnehmer aus den fremden Vereinen sowie die Einstimmung auf das Arnis-Wochenende. Wir arbeiteten hier spielerisch mit einfachen Techniken aus dem Bereich der Sinawali.

Sinawali sind Schlagkombinationen, die grundsätzlich mit zwei Stöcken ausgeführt und zyklisch wiederholt werden. Im Drill mit einem Partner schulen sie hauptsächlich Koordination, Distanzgefühl und Schlagkraft.

Nach dem Welcome-Taining bot sich im Gemeinschaftsraum der Bildungsstätte die Gelegenheit zum geselligen Beisammensein.

Nach dem Frühstück am Samstag Morgen hielt Heiko Dernedde die zweite Trainingseinheit mit dem Thema Langstock. Während beim Modern Arnis hauptsächlich mit Stöcken von ca. 70 cm. Länge gekämpft wird, hat ein Langstock ungefähr die Körperlänge des Übenden, also zwischen 160 und 200 cm. Trotz des offensichtlichen Unterschiedes zwischen den beiden Waffen, kann man mit dem Langstock nach denselben Prinzipien arbeiten, wie mit dem "normalen" 70 cm.-Stock. Die Übertragbarkeit der Techniken auf unterschiedliche Waffen ist typisch für die philippinischen Kampfkünste.

Die dritte Trainingseinheit stand unter dem Thema "Impressionen aus anderen FMA-Stilen". Referent Robert Schwesig hat über den sprichwörtlichen Tellerrand geschaut und Techniken aus anderen philippinischen Kampfkünsten mitgebracht, die mit dem Modern Arnis verwandt sind. Die ungewohnten Bewegungsmuster, die wir in diesem Training erlernten, waren auch für Fortgeschrittene eine Herausforderung.

Nach dem Mittagessen gab es eine spezielle Trainingseinheit für Dan-Träger. Hier waren die Schwarzgurte unter sich und konnten unter Anleitung von Heiko Dernedde ihre Techniken verfeinern. Währenddessen nutzten die übrigen Teilnehmer die Zeit, um ihr Prüfungsprogramm zu trainieren, Sparring zu machen oder einfach das (leider nur selten schöne) Wetter zu genießen.

Am Nachmittag hielt Oliver Haupt von der Arnis-Gruppe Hamburg die fünfte Trainingseinheit, die sich mit dem Spazierstock befasste. Dass sich Arnis-Techniken mit Alltagsgegenständen wie Spazierstöcken oder Regenschirmen anwenden lassen ist für uns selbstverständlich. Oliver wusste darüber hinaus zu demonstrieren, wie man eine Besonderheit des Spazierstocks, nämlich den in der Regel gebogenen Griff, effektiv zur Verteidigung einsetzen kann.

Anschließend widmete sich Robert Schwesig in der sechsten Trainingseinheit dem Panantukan. Panantukan kann man als philippinisches Boxen übersetzen. Es handelt sich also um waffenlose Techniken, die allerdings nach denselben Prinzipien angewandt werden, die wir auch aus dem Stockkampf kennen. Insbesondere die Beinarbeit ist regelmäßig die gleiche. Anders als das westliche Boxen beinhaltet das Panantukan auch Ellbogen-Techniken und Kniestöße. Robert zeigte uns außerdem Möglichkeiten, den Gegner nach dem Schlagabtausch zu Boden zu bringen.

Zur gleichen Zeit bot Heiko Dernedde eine DAV-Gürtelprüfung an. Drei Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihre Techniken zu demonstrieren und durften anschließend ihre Urkunden in Empfang nehmen.

Wir gratulieren Marc Schmidt (Göttingen) und Lenny Jolie (Berlin) zum Weißgurt (5. Klase), sowie Dirk Feldmann (Bad Sachsa) zum Blaugurt (2. Klase).

Am Abend hielten Stephanie und Oliver Haupt von der Hamburger Arnis-Gruppe einen Vortrag über Nervenpunkte. Als Mediziner konnten sie ausgewählte empfindliche Stellen des menschlichen Körpers aufzeigen und die Konsequenzen eines Angriffs auf diese Punkte erklären.

Anschließend wurde der Gemeinschaftsraum abermals dazu genutzt, den Abend in gemütlichem Beisammensein ausklingen zu lassen.

Der Sonntag begann wiederum mit einem ausgiebigen Frühstück. Anschließend folgte die Trainingseinheit "Messerbedrohung aus der Nahdistanz". Wie der Name der Trainingseinheit vermuten lässt, demonstrierte Robert Schwesig hier Verteidigungstechniken, gegen Bedrohungen mit dem Messer aus kürzester Distanz. Beim anschließenden Messer-Sparring konnten wir uns noch einmal richtig verausgaben.

Auch in der letzten Trainingseinheit ging es auf Wunsch der Lehrgangsteilnehmer etwas kämpferischer zu. Unter Anleitung von Heiko Dernedde trainierten wir Entwaffnungen und Kontertechniken gegen Entwaffnungen im Tapi-Tapi.

Das Tapi-Tapi ist ein Drill, bei dem verschiedene Arnis-Techniken aus dem Schlagabtausch mit dem Trainingspartner und damit aus einer kampfähnlichen Situation trainiert werden.

Nach dem Mittagessen traten wir erschöpft aber glücklich die Heimreise an. Die schönen und nützlichen Erfahrungen des Camps behalten wir in Erinnerung und freuen uns bereits auf das nächste Göttinger Arnis-Camp im Jahre 2012.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 27. Juni 2010 um 09:31 Uhr